Mein Vorschlag zur Aufstiegsregelung der Regionalliga

Am Sonntag finden die Rückspiele der Regionalliga-Relegation statt. Sechs Vereine spielen um den Aufstieg in die 3. Liga, wovon es nur die Hälfte ins Ziel schaffen wird. Die Aufstiegsregelung ist höchst umstritten, da die Regionalliga die einzige Spielklasse in ganz Deutschland darstellt, in der der Meister nicht automatisch aufsteigt.

Das Problem ist altbekannt. Es gibt fünf Regionalligen, aber nur drei Aufstiegsplätze für die 3. Liga. Dementsprechend qualifizieren sich die Meister nur für die Relegation, um untereinander drei Aufsteiger zu ermitteln. Da die Anzahl von fünf Vereinen zu ungerade für die Relegation ist, stößt auch noch der Tabellenzweite aus der Regionalliga Südwest hinzu. Die Südwest-Staffel wird hierbei bevorzugt, da in der Liga die meisten Landesverbände vertreten sind.

Unverhältnismäßige Szenarios im Aufstiegsrennen

Kurioserweise gab es in der Vergangenheit sogar den Fall, dass der Meister der Regionalliga Südwest nicht aufgestiegen ist – dafür aber der Tabellenzweite. Es ist ein unverhältnismäßiges Szenario, wenn der gesamte Saisonverlauf in der Relegation auf den Kopf gestellt wird. Dazu trägt auch die Auslosung der drei Relegationsspiele bei, die aufgrund des Zufallsprinzips immer wieder dafür sorgt, dass die beiden vermeintlich stärksten Regionalligisten gegeneinander antreten müssen.

Das aktuelle System führt bei den Vereinen und Fußballfans zu einer großen Unzufriedenheit. Lösungsvorschläge für eine gerechtere Aufstiegsregelung werden heiß diskutiert. Die einfachste Variante, dass es in der Zukunft fünf Aufsteiger gibt und alle Regionalliga-Meister am Saisonende feiern dürfen, erscheint sehr unrealistisch. Im Umkehrschluss müssten fünf Teams aus der 3. Liga absteigen. Diese Anzahl wäre zu groß, da die 3. Liga eingleisig ist.

Mehr Quantität – weniger Qualität

Ein Nachteil der aktuellen Regionalliga-Struktur ist die fehlende Breite. Mit großer Begeisterung lassen sich in der laufenden Saison namhafte Traditionsvereine wie Rot-Weiss Essen, Waldhof Mannheim, Alemannia Aachen, Jahn Regensburg, Kickers Offenbach, 1. FC Saarbrücken oder Rot-Weiß Oberhausen aufzählen. Es gibt natürlich auch kleinere Vereine, die sportlich attraktiv sind. Da es allerdings fünf Staffeln gibt, dürfen sich unzählige Vereine Regionalligist nennen.

Darin sieht auch Trainer Falko Götz ein Problem, mit dem ich über die Thematik sprach: „Man sollte sich darüber Gedanken machen, ob man tatsächlich fünf Staffeln in der Regionalliga braucht, denn innerhalb der Staffeln gibt es ein hohes Leistungsgefälle“, so der Ex-Trainer vom 1. FC Saarbrücken.

Neben Falk Götz unterhielt ich mich auch mit Hanno Balitsch über das Thema. Beide sprachen sich für eine Rückkehr zur dreigleisigen Regionalliga aus. Diese Variante gefällt mir im Vergleich zur aktuellen Konstellation ebenfalls wesentlich besser. Die Regionalliga wäre endlich wieder attraktiver und könnte gewährleisten, dass die Meister automatisch aufsteigen.

Schlechte Aussichten für eine Reform-Korrektur

Mittlerweile bezog allerdings auch Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, öffentlich Stellung und erteilte einer dreigleisigen Regionalliga eine Absage. Demnach wollen die verschiedenen Landesverbände auf die derzeitige Ligastruktur mit den fünf Regionalliga-Staffeln nicht verzichten.

Schwache Vermarktbarkeit

Der Fernsehsender Sport1 überträgt derzeit pro Saison bis zu 20 Regionalliga-Spiele live und erfreut sich an Spitzenquoten, die sogar stärker als in der Handball- und Basketball-Bundesliga ausfallen. Trotzdem finden die Live-Übertragungen nur unregelmäßig statt, da es aufgrund der schwachen Breite auch nur unregelmäßig attraktive Spiele gibt. Durch die schlechten Vermarktungsmöglichkeiten erhalten die Vereine keine Fernseheinnahmen.

In meinem Interview mit Hanno Balitsch brachte der Waldhof-Kapitän die Problematik auf den Punkt: „In der Regionalliga geht die Schere im Hinblick auf die Möglichkeiten der Vereine, den Zuschauerzahlen und Stadien weit auseinander. Dadurch kommt es nicht von ungefähr, dass die Regionalliga als ‚Todes-Liga‘ gilt, aus der jeder raus möchte, um vernünftig existieren zu können.“

Mein Lösungsvorschlag für eine neue Ligastruktur

Anhand der Gesamtsituation gibt es aus meiner Sicht nur noch eine Variante, die Sinn ergibt. Zwischen der 3. Liga und der Regionalliga sollte eine zweigleisige 4. Liga eingeführt werden. Hierbei würden die beiden Meister automatisch in die 3. Liga aufsteigen, während die beiden Tabellenzweiten den dritten Aufsteiger in der Relegation ermitteln. Die 4. Liga würde reihenweise Spitzenspiele hervorbringen, so dass sie im Nebeneffekt auch wesentlich besser zu vermarkten wäre.

Unter der 4. Liga kann die Regionalliga mit ihren fünf Staffeln bestehen bleiben, was bei dieser Struktur endlich unproblematisch funktionieren würde. Dank des so besser funktionierenden Pyramidensystems würden die sechs Vereine, die aktuell in die Relegation einziehen müssen, automatisch in die 4. Liga aufsteigen.